Füllstandsmessung mittels Verdränger

Bei der Füllstandsmessung wird ein Verdränger in die zu messende Flüssigkeit A eingetaucht. Über der Flüssigkeit befindet sich ein Gas B (z.B. Luft). Der maximale Messbereich wird durch die Verdrängerlänge L begrenzt.

Die von einem Kraftmesser gemessene Kraft F ist abhängig von der Eintauchtiefe h. Innerhalb der Messgrenzen gilt ein linearer Zusammenhang.

F = F0 – h/L * (F0–F100), dF proportional (DichteB–DichteA)

h = L * (F0–F) / (F0–F100)

Dieser lineare Zusammenhang gilt auch, wenn sich zwischen der Flüssigkeit und dem Gas eine Übergangsschicht bildet. Allerdings reduziert sich hier der maximale Messbereich um die Höhe der Übergangsschicht.

Nach Kalibrierung mit den Kräften am Anfangs- und Endpunkt kann der Füllstand somit aus der aktuellen Kraft errechnet werden, und zwar ohne die konkreten Dichten und Volumina kennen zu müssen. Dies gilt unter folgenden Bedingungen:

  • der Verdränger schwimmt nicht auf
  • ausreichende Kraftdifferenz zwischen Anfangs- und Endwert
  • konstante Volumina und Gewichte von Verdränger und Aufhängung
  • konstante Dichten
Die Verdrängerauslegung garantiert, dass der Verdränger nicht aufschwimmt und eine ausreichende Kraftdifferenz entsteht. Anbackungen und Verkrustungen können zwar Volumen und Gewicht des Verdrängers verändern. Da ein höheres Gewicht aber durch eine grössere Auftriebskraft teilweise ausgeglichen wird, sind kleinere Veränderungen tolerierbar.

Durch Temperatur- oder Druckänderungen können sich die Dichten gegenüber der Kalibrierung verändern. Diese Dichteänderungen wirken sich direkt und proportional aus. Sind die aktuellen Dichteverhältnisse bekannt, kann der ermittelte Füllstandswert aber durch eine nachgeschaltete Korrekturrechnung angepasst werden. In vielen Fällen ist jedoch die Regelung des laufenden Betriebs wesentlich wichtiger als die genaue Inhaltsbestimmung, so dass auf die Korrekturrechnung verzichtet werden kann.

Allgemein gelten folgende Formeln:

F  =  ErdanziehungskraftVerdränger+Aufhängung
– h/L * g * VolumenVerdränger * DichteA
– X/L * g * VolumenVerdränger * DichteX
– (L–X–h)/L * g * VolumenVerdränger * DichteB
– g * VolumenAufhängung * DichteB

Damit errechnet sich der Anfangswert wie folgt:

F0  =  ErdanziehungskraftVerdränger+Aufhängung
– X/L * g * VolumenVerdränger * DichteX
– (L–X)/L * g * VolumenVerdränger * DichteB
– g * VolumenAufhängung * DichteB
F0  =  MasseVerdränger+Aufhängung * g
– g * VolumenVerdränger+Aufhängung * DichteLuft
– X/L * g * VolumenVerdränger * DichteX
– (L–X)/L * g * VolumenVerdränger * DichteB
– g * VolumenAufhängung * DichteB
+ g * VolumenVerdränger+Aufhängung * DichteLuft
F0  =  GewichtVerdränger+Aufhängung
– X/L * g * VolumenVerdränger * (DichteX–DichteLuft)
– (L–X)/L * g * VolumenVerdränger * (DichteB–DichteLuft)
– g * VolumenAufhängung * (DichteB–DichteLuft)

Für den Endwert gilt:

F100  =  ErdanziehungskraftVerdränger+Aufhängung
– (L–X)/L * g * VolumenVerdränger * DichteA
– X/L * g * VolumenVerdränger * DichteX
– g * VolumenAufhängung * DichteB
F100  =  MasseVerdränger+Aufhängung * g
– g * VolumenVerdränger+Aufhängung * DichteLuft
– (L–X)/L * g * VolumenVerdränger * DichteA
– X/L * g * VolumenVerdränger * DichteX
– g * VolumenAufhängung * DichteB
+ g * VolumenVerdränger+Aufhängung * DichteLuft
F100  =  GewichtVerdränger+Aufhängung
– (L–X)/L * g * VolumenVerdränger * (DichteA–DichteLuft)
– X/L * g * VolumenVerdränger * (DichteX–DichteLuft)
– g * VolumenAufhängung * (DichteB–DichteLuft)

Eine Korrekturrechnung zur Anpassung an Dichteänderungen kann folgendermassen geschehen:

hneu = L * (F0neu–F) / (F0neu–F100neu)

F = F0alt – halt/L * (F0alt–F100alt)